3D-Scanning wird oft mit Reverse Engineering oder der Inspektion von Bauteilen in Verbindung gebracht. Doch die Möglichkeiten gehen deutlich weiter. Selbst in kreativen Bereichen eröffnen sich völlig neue Wege. Ein besonders spannendes Beispiel ist die Nutzung von 3D-Scannern für Filmproduktionen. Wir hatten letztens die Chance ein junges Team von Filmschaffenden bei ihrem Uniprojekt zu unterstützen.
3D Animationfilm mal anders
Für das Filmprojekt wurde bewusst ein Ansatz gewählt, der klassische Stop-Motion-Techniken mit moderner 3D-Technologie verbindet. Anstatt vollständig digital zu arbeiten, haben die Filmschaffenden zunächst die Charaktere und die Umgebung physisch gebastelt. Diese realen Modelle bilden die Grundlage für den gewünschten Look und sorgen für die typischen, leicht unperfekten Oberflächen, die Stop-Motion so besonders machen.
Kunst digitalisieren
Die Studenten testeten mehrere 3D Scanner von Shining3D, unter anderem den FreeScan Trak Nova, den EinScan Libre und den EinStar Vega für ihren spezifischen Anwendungsfall. Am Ende entschieden sie sich für den EinScan Libre, da dieser den besten Kompromiss aus Textur, hoher Geometrie-Auflösung und gut handhabbaren Dateigrößen bot. Ergänzend kam Photogrammetrie zum Einsatz, insbesondere für Modelle im Vordergrund, bei denen eine besonders hohe Texturauflösung entscheidend ist. Dadurch entstanden digitale Zwillinge der realen Modelle, inklusive der kleinen Stop-Motion typischen Unperfektheiten.
Digitale Nachbearbeitung
Diese Scandaten wurden zunächst in der Software ExScan Libre weiterverarbeitet. Dort erfolgte die Aufbereitung der Rohdaten, indem aus der erzeugten Punktwolke ein geschlossenes Mesh berechnet wurde. Zusätzlich wurden mehrere Einzelscans desselben Objekts präzise miteinander kombiniert, um alle eingefangenen Winkel in einer Geometrie zu vereinen.
Im Anschluss haben die Studierenden die Modelle noch optimiert. Dabei wurde insbesondere die Polygonanzahl reduziert, um die Daten effizienter weiterverarbeiten zu können und eine bessere Performance in der nachfolgenden Animation zu gewährleisten, ohne dabei den charakteristischen Detailgrad der gescannten Objekte zu verlieren.
Zum Leben erweckt
In der anschließenden Animationsphase wurden die aufbereiteten Modelle in ein 3D-Animationsprogramm überführt und dort wie in einem klassischen Animationsfilm zum Leben erweckt. Die Figuren konnten frei bewegt, Szenen flexibel angepasst und Kamerafahrten präzise umgesetzt werden, ohne die typischen Einschränkungen physischer Stop-Motion-Produktionen. Gleichzeitig blieb der gewünschte Look erhalten, da alle Assets auf real gebauten und gescannten Objekten basieren.
Geschichten erzählen
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie sich traditionelle und digitale Methoden sinnvoll verbinden lassen. Der charakteristische Stop-Motion-Stil bleibt bestehen, während moderne Technologien für deutlich mehr Effizienz und kreative Freiheit sorgen.
Wenn Sie sich dafür interessieren, welcher 3D-Scanner am besten zu Ihrem persönlichen Anwendungsfall passt, unterstützen wir Sie gerne bei der Auswahl und beraten Sie individuell.
Hier ist das fertige Ergebnis: Wie geplant konnten die Studierenden innerhalb eines Semesters rund eine Minute des Films fertig stellen, insgesamt ist eine Laufzeit von etwa 4:30 Minuten vorgesehen.